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Remstal
Gartenschau 2019

Aus Plüderhausen

5 Sterne ***** für 5 Wahlperioden

Artikel vom 30.06.2021

Die feierliche Verabschiedung von Bürgermeister Andreas Schaffer am vergangenen Donnerstag konnte coronabedingt leider nicht als öffentliche Veranstaltung stattfinden. Der Gemeinderat hatte daher zu einer Feierstunde im nichtöffentlichen Rahmen mit Vertretern der Gemeindeverwaltung, der umliegenden Gemeinden, der Vereine sowie der Familie und einiger Freunde und Weggefährten von Andreas Schaffer geladen.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der Band „Two Voices, One Love“, die nach dem Sektempfang mit dem Lied „Ein Kompliment“ von den Sportfreunden Stiller den Auftakt zur Veranstaltung gab.

 „5 Sterne am Revier mit Stolz tragen“
Ulrich Scheurer, erster setllvertretender Bürgermeister der Gemeinde Plüderhausen und CDU-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat begrüßte die Gäste, insbesondere Bürgermeister Andreas Schaffer und seine Ehefrau mit Familie sowie den Landrat und die noch kommenden Redner des Abends.
Das Jahr 1954 habe besondere Charakterköpfe und Persönlichkeiten hervorgebracht: „Claudia Jensen, Klaus Harald Kelemen, Angela Merkel sowie Andreas Schaffer“. Daher sei Andreas Schaffer das kommunale Engagement „bereits in die Wiege gelegt“ worden.

Ulrich Scheurer blickte in seiner Rede auf die Bürgermeisterwahl am 16.02.1986 zurück, bei der Andreas Schaffer mit 51,29 % der abgegebenen Stimmen erstmals zum Bürgermeister von Plüderhausen gewählt wurde. Viermal wurde er in den Jahren 1994, 2002, 2010 und 2018 eindrucksvoll in seinem Amt bestätigt. Im Landtag und im Bundestag, so Ulrich Scheurer, bedeute die 5. Wahlperiode den 5. Stern. So könne sich auch Andreas Schaffer mittlerweile 5 Sterne an sein Revers heften und mit Stolz tragen. Zudem sei er mit seinen 35 Jahren als Bürgermeister mittlerweile dienstältester Schultes im Rems-Murr-Kreis.
Andreas Schaffer habe im Lauf seiner Amtszeit das Wohl der Gemeinde Plüderhausen stets im Blick gehabt und dabei immer wieder deutlich seine eigene, persönliche Sichtweise mit eingebracht. Dabei habe er sich nicht nur ein großes Fachwissen angeeignet sondern auch ein Gespür entwickelt für die Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger. Auch am Wochenende sei er oft im Rathaus gesessen, was an dem brennenden „ewigen Licht“ im in seinem Zimmer zu erkennen gewesen sei. Die Zusammenarbeit zwischen der Gemeindeverwaltung und dem Gemeinderat sei „nicht immer ein Zuckerschlecken“ gewesen, da in dieser Zeit auch so mancher Kampf überstanden werden musste. In diesem Zusammenhang zitierte Ulrich Scheurer, welcher mit Andreas Schaffer die Leidenschaft für den VfB Stuttgart gemeinsam hat, den früheren Präsidenten des VfB, Gerhard Mayer-Vorfelder: „Durch Reibung entsteht Energie“.

Viele Projekte seien in der Amtszeit von Andreas Schaffer als „Motor“ vorangetrieben und realisiert worden, deren Aufzählung den zeitlichen Rahmen des Abends sprengen würde. Beispielhaft nannte er einige Projekt, wie die Neugestaltung des Marktplatzes, den Bau der Heuseebrücke, die Unterführung Birkenallee, die Ortskernsanierung mit erheblichen Landesmitteln, den Neubau von Sporthalle, Mensa und Kindergärten und die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements durch die Einführung des Neujahrsempfangs und der Sportlerehrung.

Auch habe Andreas Schaffer neben seiner Tätigkeit als Bürgermeister zusätzlich Verantwortung übernommen, wie beispielsweise als Vorsitzender der ARGE Plüderhäuser Festtage, des DRK, der Bürgerstiftung, der Hilde- und Hermann-Walter-Stiftung, des Gemeindeverwaltungsverbands Plüderhausen-Lorch, des Aufsichtsratsvorsichtenden der Gemeindewerke, des Kreisverbands der Bürgermeister im Rems-Murr-Kreis und im Landesvorstand des Gemeindetages Baden-Württemberg.  Viele Ideen und Impulse seien dabei von Andreas Schaffer entwickelt und abschließend umgesetzt worden

Zum Abschluss seiner Rede überreichte Ulrich Scheurer Herrn Schaffer als Vertreter der Gemeinde Plüderhausen als Geschenk einen Gutschein des Remstal Tourismus e.V. sowie vom Gemeinderat einen Gutschein für ein gemeinsames Wochenende mit seiner Ehefrau am Bodensee. Abschließend trug er ein Gedicht vor:

„Herzschrittmacher, Lesebrille,
Hörgerät, so manche Pille,
all das Wünsche ich Dir nicht!
Niemand ist darauf erpicht!
Aber auf gar viele Reisen,
Hobbys und sehr gute Speisen!
Gesundheit, Freude, allerhand -
ich ich zum Ruhestand!“
- Autor unbekannt -

„Ein echter Schaffer muss man sein“
Landrat Dr. Richard Sigel erklärte in seiner Rede, es komme häufig vor, dass ein Bürgermeister nach 16 oder 24 Jahren verabschiedet werden. Um jedoch 5mal in derselben Gemeinde zum Bürgermeister gewählt zu werden müsse man ein echter „Schaffer“ sein. Dies „schafften“ nur wenige - gerade mal 2% aller Bürgermeister in Baden-Württemberg.

Aktuell sei Andreas Schaffer der dienstälteste Bürgermeister im Landkreis. Er habe viel für die Gemeinde Plüderhausen erreicht und bewegt, worauf er stolz sein könne und sollte. Die Liste der erfolgreichen Projekte und Entwicklungen sei lang: Rathauserweiterung, Hochwasserschutz, Gründung einer Bürgerstiftung, Gewerbeansiedlungen, Remstalgartenschau …


Dr. Sigel betonte, als Landrat, aber vor allem auch als Sohn eines Bürgermeisters könne er einordnen, was es für einen Menschen, aber auch für die Ehefrau und die gesamte Familie bedeute, wenn man das Amt des Bürgermeisters so ausfüllt, wie es Andreas Schaffer getan habe.

Auch Landrat Dr. Richard Sigel blickte zurück in das Jahr 1986 und erinnerte an die Fußballweltmeisterschaft in Mexiko. Als Maradona zur Sportgeschichte wurde, sei Andreas Schaffer „Kapitän in Plüderhausen“ geworden. Die aktuelle Europameisterschaft verleite zu einem Vergleich mit dem Fußball. Andreas Schaffer habe mit seiner Erfahrung und „Trefferquote“ definitiv in der „Champions-League der Bürgermeister“ gespielt, sei „Mannschaftskapitän“ der Bürgermeister gewesen und habe auch in der Bürgermeister-Elf gekickt, gemeinsam mit dem Landrat selbst: „Du fußballerisch eher recht, ich eher schlecht“. Er sei Spielertrainer für die Rathausmannschaft, Teamplayer für die Plüderhäuser Bürgerinnen und Bürger und manchmal auch Platzwart und Psychologe gewesen. Ziel sei dabei nie nur der Klassenerhalt sondern immer die Meisterschaft gewesen - so zum Beispiel beim Beitrag der Remstal-Gartenschau 2019, deren zentraler Manager und Macher Andreas Schaffer gewesen sei. „Mit vollem Herzen dabei, das ist die passende Formulierung“.

Abschließend erinnerte Dr. Richard Sigel an einen der ersten gemeinsamen Einsätze mit dem Geschäftsführer der Kreisbaugruppe Dirk Braune, bei dem Andreas Schaffer dienstlich an den Bodensee zu den „Zieglerschen“ geradelt sei und übergab als Geschenk ein Radtrikot, einen Radführer zum Remstalradweg und kündigte an, Herrn Schaffer bei der noch anstehenden Geschenkübergabe der Kreisbau gemeinsam mit seiner Frau auf eine „kulinarische Reise“ zu schicken, „dorthin wo man singt und lacht“.

„Andreas Schaffer ist ein Phänomen“
„Jetzt isch doch noch recht nett geworden“. Mit diesem Spruch sei, so Bürgermeister Thomas Bernlöhr (Welzheim), in den letzten 35 Jahren jede Runde auseinandergegangen, an der Andreas Schaffer teilnahm. Obwohl bei Superlativen ja Vorsicht angesagt sei, könne man es bei 35 Jahren Schaffer für Plüderhausen „drunter nicht machen“, denn es sei schon mindestens eine Ära, die nun in Plüderhausen zu Ende gehe. Das aber nicht wegen der 35 Jahre, sondern wegen der Gründe und Eigenschaften, die zu dieser außergewöhnlich langen Zeit geführt hätten. Als Plüderhäuser sei man an den Schultes gerade angesichts der Zeitläufe gewöhnt, aber für alle außerhalb Plüderhausen sei „dieser Andreas Schaffer schon ein Phänomen“. Der „Grandsegnieur der Bürgermeisterriege“ falle immer wieder durch jugendliche Leichtigkeit und Agilität innerhalb der Bürgermeisterriege auf. Mit seinen „mickrigen 11 Amtsjahren“ sei er, Thomas Bernlöhr“, der etwa so alt sei wie die Kinder von Andreas Schaffer, nun der dienstälteste Schultes im Sprengel Schorndorf, was er mit Schrecken festgestellt habe.

Ob es das Amt und die Aufgaben seien, die Andreas Schaffer so jung gehalten haben, oder ob er durch seine jugendliche Leichtigkeit das Amt immer wieder neu und deshalb auch so lange ausgefüllt habe, bleibe offen. Sicher sei aber, dass diese Jugendlichkeit ein Schlüssel dafür sei, warum die Bürgerschaft von Plüderhausen Andreas Schaffer fünfmal als Bürgermeister gewählt habe. Man sei ja „schließlich nicht irgendwo, sondern in Plüderhausen, an dem ja bekanntlich mit Walkersbach sogar ein kleines Stück des besonders schönen Welzheimer Waldes dranhängt“.

Einer der Gründe für die Jugendlichkeit von Andreas Schaffer sei mit Sicherheit der Sport, den er auch in den Kollegenkreis hineingetragen habe, als Mitglied der Bürgermeister-Fußball-Auswahl, Mitbegründer der Bürgermeister-Radelrunde und der Erfinder der Schultes-Weihnachtswanderung.

Den Bürgermeistersprengel, dessen Vorsitzender er viele Jahre war, habe Andreas Schaffer in 35 Jahren nur drei Mal „geschwänzt“. Die Bedeutung des Engagements von Andreas Schaffer über die Plüderhäuser Interessen hinaus, insbesondere für den persönlichen Austausch im Sprengel und im Bürgermeisterkreisverband für die Gemeinschaft und die gemeinsamen Interessen der Städte und Gemeinden würden angesichts der aktuellen Umstände nur noch deutlicher. Bei aller Freude, die das Zelebrieren eines solchen Abschieds mit sich bringe, könnten die Bürgermeisterkollegen daher nicht den Schleier der Trauer ausblenden, der aktuell über der „kommunalen Familie“ liege.

Thomas Bernlöhr überbrachte Andreas Schaffer herzliche Grüße vom Präsidenten des Gemeindetags, Steffen Jäger, der leider terminlich verhindert war. Möglicherweise sei Andreas Schaffers „Nase für Potential und Fähigkeiten von Menschen“ nicht ganz unerheblich dafür gewesen, dass Steffen Jäger zunächst dessen Nachfolger als Vorsitzender im Kreisverband des Gemeindetags und im weiteren Verlauf Gemeindetagspräsident geworden sei.

Als Bürgermeister habe man, so Thomas Bernlöhr, häufig Wünsche einzelner zu Gunsten des Gemeindwohls zurückweisen. Die Erkenntnis von Andreas Schaffer dazu sei gewesen: 
„Wir müssen jeden Tag einen Wunsch ausschlagen. Deshalb muss es unser Ziel sein, jeden Tag auch mindestens einen Wunsch zu erfüllen.“ Bei über 9.500 Einwohnern, mit allen Zu- und Wegzügen in 35 Jahren, brauche es eine ganze Weile, bis jeder seinen Wunsch erfüllt bekomme. Andreas Schaffer könne dieses selbstgesetzte Ziel nach 12.875 Tagen „getrost als erfüllt ansehen“.


Thomas Bernlöhr kündigte zahlreiche Geschenke der einzelnen Sprengelgemeinden zum Ruhestand an und verabschiedete sich mit einem weiteren „Schaffer-Zitat“ als persönlichen Wunsch: „Bleib jung, werde alt, genieße das Leben!“

 „Es gibt eine Bürgermeisterkultur die Andreas geprägt hat“
Oberbürgermeister Norbert Zeidler (Biberach a.d.R.), ein persönlicher Freund von Andreas Schaffer, konnte aufgrund des starken Hochwassers in Biberach nicht persönlich anwesend sein, meldete sich jedoch per Videobotschaft.

Er selbst habe Andreas Schaffer vieles zu verdanken. Anno 1998 sei er in einer Art „Zangengeburt“ in Remshalden gewählt worden und nach der „unfreundlichen Übernahme“ sei der Empfang „nicht überall von Liebkosungen geprägt“ gewesen. In dieser Zeit habe er mit Andreas Schaffer einen verlässlichen Partner und Ratgeber gehabt, der ihm kollegial, offen und ehrlich geholfen habe, so manche Klippe zu umschiffen.


Andreas Schaffer sei, so Norbert Zeidler augenzwinkernd, „mit Tschernobyl und dem Waldsterben“ gekommen und verlasse Plüderhausen „mit Corona“ - eine „ganz schiefe Bilanz“. Andreas Schaffer habe „immer eifrig daran geschafft, die Krisen abzuschaffen, aber das auch nicht geschafft“. Er sei „ein feiner Kerl, ein feiner Mensch, einer, der den Sportler zum Glück nie abgelegt hat, einer, der genießen kann, der Können und Qualität geschätzt und anerkannt hat“.

Trotz 35 Jahren als „bierseliger Oberwirt der wichtigsten Veranstaltung im weinerfüllten Remstal“ habe es beruflich auch einige Anfragen und Gelegenheiten gegeben, jedoch habe Andreas Schaffer seinen Platz stets in Plüderhausen gesehen. Dies spreche für eine beiderseitige Wertschätzung. Er sei in Plüderhausen „freilich Bürgermeister, aber immer auch Mensch und Privatperson“ gewesen, was er in gewaltigem Ausmaß natürlich auch seiner Ehefrau zu verdanken habe.

Norbert Zeidler verabschiedete sich mit einem Handküsschen und einem Gedicht von Andreas Schaffer:

Heute an Johanni,
geht der Schaffers Andi,
am „Schwimm-doch-eine- Runde-Tag“
ein Großer von uns – keine Frag‘!
35 Jahre Plüderhausen,
konnten gar nicht ihn zerzausen!
Der Schultes, Opa, Vater, Mann,
ab morgen steht zuhause stramm!
Mein Freund: Bleib gesund, geschmeidig, flott
Pass auf Dich auf – es behüt‘ Dich Gott!

 „Die Anforderungen waren hoch, die zeitliche Inanspruchnahme herausfordernd, der Gestaltungsspielraum hat mich immer fasziniert“
„Nach vielen schönen Reden steht nun mein Schwanengesang im Programm“, so begann Andreas Schaffer seine Rede und begrüßte alle Anwesenden mit einem Zitat von Artur Schnitzler: „Der Abschied schmerzt auch wenn man sich schon lange darauf freut!“ Er empfindet „Wehmut, aber keinen Schmerz“. Diese Wehmut werde zudem noch unterstützt durch den Zuspruch, den er gerade die letzten Tage erfahren durfte, auf der Straße, am Telefon und mit Briefen und Grußkarten und bei gesonderten Abschiedsveranstaltungen. Er bedanke sich vornweg für die vielen Freundlichkeiten und Aufmerksamkeiten die ihm heute Abend und auch schon vergangene Tage zu teil wurden. „Es ist der Wahnsinn“.


Abschied, so Andreas Schaffer, sei zunächst einmal ein Rückblick. Ein Rückblick auf 35 Jahre Tätigkeit als Bürgermeister von Plüderhausen und, weil er damit seine Berufstätigkeit beende, auf 51 Jahre Berufsleben. Da geht ihm schon „vieles durch den Kopf“.


Rückblickend sieht das aus als ob ein Plan dahinter gesteckt hätte, trotzdem waren es immer spontane Entscheidungen. Er erzählt von seinem Werdegang und davon, dass seine Kandidatur in Plüderhausen eine spontane Entscheidung war, „eine Entscheidung die er nie bereut habe“. Er war die ganzen 35 Jahre immer gerne Bürgermeister, sagt er.
Die Anforderungen waren hoch, die zeitliche Inanspruchnahme herausfordernd, aber der Gestaltungsspielraum hat ihn immer fasziniert und er ist ein Mensch der von Begegnungen lebt. Es gab für ihn „nichts Schöneres als  gemeinsam mit und für Menschen tätig zu sein“, (Menschen) „zu helfen und gemeinsam mit Menschen und Institutionen unsere Infrastruktur und Lebensqualität zu entwickeln“.


In den vergangenen 35 Jahren hat sich Plüderhausen sehr gut entwickelt, sagt Andreas Schaffer. Es wurde viel erreicht. Natürlich konnte nicht alles was wünschenswert wäre umgesetzt werden, aber er meint schon dass das Geschick der Gemeinde immer darin bestand, schlank und effizient zu arbeiten und „aus wenig viel“ zumachen.
Natürlich würde er gerne diese Bewertung mit Beispielen belegen und bekräftigen. Dies ist in diesem Rahmen nicht mal ansatzweise möglich, einiges wurde in den Reden zuvor angesprochen.


Andreas Schaffer wendet sich deshalb gleich dem Hauptteil einer ordentlichen Abschiedsrede zu, nämlich dem Dank. Er sagt, dass er „allen Grund habe zu danken“. Er hatte 51 erfüllte Berufsjahre, 35 tolle Jahre als Bürgermeister und kann nun in bester Gesundheit sich mit seiner Ehefrau Gedanken machen, wie er mit ihr den 3. Lebensabschnitt gestaltet. Andreas Schaffer betrachte dies als Geschenk.


Andreas Schaffer sagt, dass der Dank an die Familie bei solchen Anlässen immer am Schluss kommt. Er möchte aber den Dank an die Familie voranstellen. Ein ganz besonderer Dank gilt seiner lieben Ehefrau. Seine Ehefrau hat ihn immer unterstützt, mit einem tollen familiären Rundumsorglospaket, d.h. sie hat ihm immer den Rücken freigehalten. Er konnte sich auf seine Ehefrau verlassen. Dieses „Rückenfreihalten“ heißt aber nicht, dass seine Ehefrau ihn nicht auch als Bürgermeister gefordert hätte. Sie hat ihn schon auch mit dem konfrontiert was ihr im Flecken aufgefallen ist und welche Themen beim Metzger oder Bäcker an sie herangetragen wurden. Dies waren dann nicht immer Huldigungen sondern durchaus Themen die die Menschen beschäftigen und wo die Gemeinde noch etwas tun sollte.
„Für eine Bürgermeister-Frau gibt es keine Ausbildung“, sagt Andreas Schaffer: „Man wird kurzfristig in diese Rolle hineingesetzt und muss damit zurechtkommen“. Andreas Schaffer weiß, dass es auch für seine Ehefrau nicht immer leicht war. „Sie hat es sehr gut gemacht“. Deshalb sagt Andreas Schaffer am heutigen Tag ein ganz besonderes Dankeschön mit der  Ankündigung bzw. Bestätigung, dass er mit seiner Ehefrau nächste Woche 4 Tage in ein schönes Hotel gehen und dort den gemeinsamen Start in einen neuen Lebensabschnitt planen werden.
Andreas Schaffer weiß, dass natürlich der Bürgermeisterberuf auch mit sich zieht, dass seine Ehefrau eine stärkere Rolle bei der Kindererziehung hatte. Die Entwicklung der gemeinsamen Kinder Lena und Philipp freut Andreas Schaffer sehr und zeigt dass die Erziehung erfolgreich war. Sein Respekt und persönlicher Dank gilt am heutigen Tag auch seinen Kindern Lena und Philipp die nicht nur weniger Papa erlebt haben, als andere sondern auch mit dem Status als Bürgermeisterkinder leben mussten. Da gab es sicher auch Vorteile aber auch Nachteile. Andreas Schaffer freut sich, dass seine Kinder mit seinen Enkeln Jakob, Jona und Emilia heute in der Staufenhalle sind.


In seiner weiteren Rede erzählt Andreas Schaffer über die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat. Er sagt, „das Ergebnis, also das was aus dieser Zusammenarbeit entstanden ist kann sich sehen lassen“. Plüderhausen habe sich sehr gut entwickelt und es ist gelungen, sehr viel zu machen aus den zur Verfügung stehenden Ressourcen. Der Dank richtet sich an allen amtierenden- aber auch ehemaligen Gemeinderätinnen und Gemeinderäten für die gute, mitunter lebendig-turbulente, aber immer auch menschlich-herzliche Zusammenarbeit.


Er bedankt sich im Weiteren auch bei der Gemeindeverwaltung, allen die im Rathaus, im Bauhof, in den Kindertagesstätten in der Schule oder an sonstigen Stellen für Daseinsvorsorge und Lebensqualität sorgen für ihre Arbeit. Die Zusammenarbeit hat Andreas Schaffer „Freude bereitet und er ist sehr stolz auf die Mannschaft der Gemeindeverwaltung“.


Stellvertretend für viele Leistungsträger bedankt er sich bei denen die am nächsten dran waren und die ihn täglich erleben durften und vielleicht auch manchmal ertragen mussten. Herzlichen Dank sprach er seinen Sekretärinnen Helga Weiss, Gabriella Hundt, Martina Hänger und Lea Haas aus.


Beim fundamentalen Thema einer leistungsfähigen gemeindlichen Infrastruktur und der Daseinsvorsorge spielt die örtliche Wirtschaft eine tragende Rolle. Die Wirtschaft ist nicht nur das Rückgrat des Staates sondern auch der Gemeinde. Für Andreas Schaffer war daher die Zusammenarbeit mit der örtlichen Wirtschaft ein wichtiges Anliegen. Dass dies bei einem Empfang der Industrievereinigung besonders gewürdigt wurde hat ihn sehr gefreut. 
Wenn überörtliche Gremien oder Verbände in Plüderhausen tagten habe Andreas Schaffer in seinen Grußworten Plüderhausen öfter mit der Bundeshauptstadt verglichen, Plüderhausen ist arm aber sexy. Hintergrund dieser Aussage ist das herausragende gesellschaftliche Angebot der Gemeinde, die herausragende Vereinslandschaft, die Kirchen und die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger sich einzubringen und Mitverantwortung zu übernehmen. Dieses herausragende Bürgerengagement gehört zur Plüderhäuser DNA und daraus sind Alleinstellungsmerkmale wie die Plüderhäuser Festtage, der Flohmarkt oder auch unsere örtlichen Theaterhäuser entstanden. Allen die sich in welcher Funktion auch immer im Gemeindeleben einbringen dankt Andreas Schaffer für das was sie in den vergangenen Jahrzehnten für Plüderhausen geleistet haben. Über das Vereinsleben hatte er viele schöne Erlebnisse und unendlich viele und gute Erinnerungen.
Bei allem ragen die Plüderhäuser Festtage heraus weil sie ein jährliches Großereignis sind. Die Festtage stehen für die Plüderhäuser Offenheit und Lebensfreude und natürlich auch das Leistungsvermögen unserer Ehrenamtlichen sagt Andreas Schaffer. Auch wenn ihn die 5 Festtage physisch immer gefordert habe, war es ein wichtiger Dienst für Plüderhausen, gleichzeitig auch schön und durch die vielen Begegnungen mit Bürgern und Gästen von auswärts sehr bereichernd.


Andreas Schaffer hat nie politische Ämter angestrebt. Als überzeugter Anhänger der kommunalen Selbstverwaltung war es ihm ein Anliegen sich hierfür einzusetzen und auch die Zusammenarbeit im Kollegenkreis zu organisieren. Als Vorsitzender des Bürgemreister-Sprengels, als Kreisvorsitzender und Landesvorstandsmitglied im Gemeindetag. Andreas Schaffer hat die Kollegialität beeindruckt und er hatte im Kollegenkreis immer ein gutes kameradschaftliches Verhältnis. Der kollegiale Austausch war hilfreich und bereichernd und es sind dabei auch Freundschaften entstanden. Andreas Schaffer bedankt sich herzlichst bei allen Kolleginnen und Kollegen für den Austausch.


Neben der Gemeindeverwaltung waren für ihn die Kontakte und die Zusammenarbeit mit den Bürgern zentrale Motivation dieses Amtes. Nicht nur durch die überzeugenden Wiederwahlen sondern auch durch viele gute Gespräche mit Bürgern.
Abschließend bedankt sich Andreas Schaffer bei alle, insbesondere bei Ulrich Scheurer und den Gemeinderat für diese schöne Verabschiedung sowie Dr. Richard Sigel, Thomas Bernlöhr, Norbert Zeidler für die netten Worte.


Andreas Schaffer sagt, „wenn ich jetzt gehe, dann steht der Nachfolger schon bereit“. Er richtet sich an Benjamin Treiber und gratuliert ihm nochmals zum fulminanten Wahlerfolg. Er wünscht einen guten Start und dass er die gleiche Freude und Zufriedenheit bei seiner Tätigkeit als Bürgermeister in Plüderhausen erlebt, wie er selbst. Andreas Schaffer ist es wichtig, die Amtsgeschäfte geordnet zu übergeben. In einem Punkt könnte es - Stand heute - gut werden betont er, „dass er Benjamin Treiber eine coronafreie Gemeinde übergeben kann“.

Abschied ist immer auch Anfang, für Andreas Schaffer und seine Ehefrau beginnt ein neuer spannender Lebensabschnitt. Sie wurden in den letzten Wochen häufig gefragt, wie denn die Pläne aussehen, was sie zukünftig machen. Einfach zur Klarstellung: Klar ist, Andreas Schaffer und seine Ehefrau bleiben in Plüderhausen. Ansonsten hat er keinen Plan und genau darauf freut er sich.

Andreas Schaffer beendete seine Rede mit den Worten:

„Es war mir eine große Ehre, 35 Jahre lang dieser attraktiven Gemeinde und Ihren Menschen dienen zu dürfen. Auf Wiedersehen“

Weitere Informationen

Gemeinde Plüderhausen
Am Marktplatz 11
73655 Plüderhausen
07181 8009-0
07181 8009-7000
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